Wenn Patientinnen und Patienten mit Arthrose oder ersten Gelenkbeschwerden zu mir kommen, lautet eine der häufigsten Fragen: “Kann ich durch die richtige Ernährung meine Gelenke schützen?”
Die kurze Antwort lautet: Ja – aber anders, als viele Werbeversprechen glauben machen.
Mein Kollege und Mit-Vorstandsmitglied der QKG – Gesellschaft für Knorpelregeneration & Gelenkerhalt Dr. Heino Kniffler, hat dieses Thema in einem hervorragend recherchierten Übersichtsartikel wissenschaftlich fundiert und zugleich verständlich aufgearbeitet. Ich kann die Lektüre allen Patientinnen und Patienten ausdrücklich empfehlen.
Knorpel lässt sich nicht “essen” – aber Gelenke lassen sich schützen
Eine wichtige Botschaft des Artikels ist ebenso einfach wie beruhigend: Es gibt kein Lebensmittel und kein Nahrungsergänzungsmittel, das verschlissenen Knorpel wieder aufbaut. Gleichzeitig zeigt die aktuelle Forschung jedoch eindeutig, dass Ernährung einen erheblichen Einfluss auf die Gesundheit unserer Gelenke hat – allerdings über indirekte Mechanismen.
Eine ausgewogene Ernährung beeinflusst unter anderem:
- chronische Entzündungsprozesse
- Körpergewicht
- Stoffwechsel und Blutzucker
- Muskelmasse und Kraft
- die allgemeine Belastbarkeit der Gelenke
Gerade diese Faktoren entscheiden wesentlich darüber, wie schnell sich eine Arthrose entwickelt und wie stark Beschwerden wahrgenommen werden.
Gelenkerhalt bedeutet mehr als eine Operation zu vermeiden
Als Leiter des Department Fuß- und Sprunggelenkchirurgie und in meiner Tätigkeit für die QKG – Gesellschaft für Knorpelregeneration & Gelenkerhalt ist mir ein Gedanke besonders wichtig:
Gelenkerhalt beginnt lange vor einer Operation.
Moderne Orthopädie bedeutet heute nicht nur, Erkrankungen operativ zu behandeln. Vielmehr verfolgen wir einen ganzheitlichen Ansatz, der alle Faktoren berücksichtigt, die zur Gelenkgesundheit beitragen.
Dazu gehören:
- regelmäßige Bewegung und gezieltes Krafttraining,
- ein gesundes Körpergewicht,
- eine entzündungshemmende, mediterran orientierte Ernährung,
- ausreichende Eiweißzufuhr zum Muskelerhalt,
- die Behandlung von Stoffwechselerkrankungen sowie
- individuell abgestimmte konservative und operative Therapiekonzepte.
Gerade diese Kombination bietet häufig die besten Voraussetzungen, Beschwerden zu lindern und die Funktion der Gelenke möglichst lange zu erhalten.
Ernährung als Baustein einer modernen orthopädischen Behandlung
Der Artikel macht deutlich, dass eine mediterrane Ernährungsweise mit viel Gemüse, Obst, Hülsenfrüchten, Vollkornprodukten, hochwertigen Pflanzenölen und Fisch nach heutigem Wissensstand die sinnvollste langfristige Strategie darstellt. Gleichzeitig werden Nahrungsergänzungsmittel wie Omega-3-Fettsäuren, Curcumin oder Kollagen sachlich und evidenzbasiert eingeordnet – ohne übertriebene Versprechungen.
Besonders gefällt mir dabei die klare Botschaft:
Ernährung ersetzt keine Bewegung. Bewegung ersetzt keine gute Ernährung. Erst das Zusammenspiel aus beiden unterstützt den langfristigen Gelenkerhalt.
Genau diese ganzheitliche Betrachtungsweise gewinnt auch in der modernen Fuß- und Sprunggelenkchirurgie zunehmend an Bedeutung.
Meine Empfehlung
Wer sich intensiver mit dem Thema beschäftigen möchte, dem empfehle ich den vollständigen Beitrag von Dr. Heino Kniffler ausdrücklich. Er verbindet aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse mit verständlichen Erklärungen und gibt praktische Empfehlungen, die sich gut in den Alltag integrieren lassen.
Die Publikation und weitere fundierte und validierte Informationen zum Thema Arthrose für Patienten finden Sie auf der Homepage der QKG – Gesellschaft für Knorpelregeneration & Gelenkerhalt:
https://www.qkg-ev.de
Denn der Erhalt unserer Gelenke beginnt nicht erst im Operationssaal – sondern jeden Tag mit den Entscheidungen, die wir selbst treffen. Ernährung, Bewegung, Muskelkraft und ein gesunder Lebensstil sind dabei wichtige Bausteine einer modernen, patientenzentrierten Orthopädie.
